Schützenfest Anno 2011

Bereits letzten Sommer (!) entstanden diese Fotos auf dem alljährlichen Dorfschützenfest. Ich hatte ursprünglich eine ganze Serie geplant, doch leider ist die Agfa Isolette beim Einlegen des zweiten Films kaputt gegangen und ich bin erst jetzt dazu gekommen, sie zu reparieren.

Schützenfeste sind für die einen DAS Großereignis des Jahres – ein Grund zu feiern, sich mit den Vereinskameraden aus dem Schützenverein einen hinter die Binde zu gießen (mit offiziellem Anlass), drei Tage durchfeiern. Für die anderen eine kulturelle Institution und für mich ein Fotomotiv. Ich halte nicht viel von den Feierlichkeiten, schaue mir aber gerne den Umzug durchs Dorf oder das “Verdonnern” der Schützen für “Vergehen” im vergangenen Jahr an. Als Kind habe ich die Girlanden und Fahnen geliebt, die das ganze Dorf schmückten. An jedem Haus ein Birkenzweig geschmückt mit den schaumburg-lippischen Farben rot-weiß-blau.

In den Vorgärten die Flagge mit dem Ortswappen.


Sogar die Kirche ist geschmückt.

Auf dem Platz die üblichen Losbuden und das Kinderkarussell.



Und natürlich die Girlanden die leider immer seltener werden.

Schütenfest 2011.

Tornados und Stürme

Kevin Erskine fotografiert Naturgewalten.
Stürme und Tornado, Wolkenformationen und Gewitter.
Die Bilder sind einfach beeindruckend und atemberaubend, kommt er doch den Stürmen extrem nahe. Erskine nutzt nur analoge Kameras, Weitwinkelobjektive und Diafilme. Keine Photoshop Manipulation um die eh schon bedrohliche Stimmung auf den Fotos noch zu verstärken.

Seine Bilder findet man hier: Erskine Storms
Und da ich weder seine Bilder einfach kopieren, speichern und hier hochladen möchte, gibt es nur einen Screenshot aus seiner Galerie:

Unbedingt mal durchklicken!

Im Zeichen der Agfa Synchro Box

Oder: Die Kamera, die mich wirklich hasst.

Eine noch gut erhaltene Agfa Synchro Box zu einem günstigen Preis zu bekommen ist nicht einfach gewesen. Viele wollten mir die Box auf dem Flohmarkt für 30-40 € andrehen. Ebay habe ich bei der Suche nach dieser Kamera nicht über den Weg getraut. Erst an einem kkleinen, privaten Flohmarktstand bin ich vor ein paar Jahren fündig geworden. Die Kamera hat 5 € gekostet, ist mehr oder weniger gut erhalten. Heute durfte sie ihren dritten Film “fressen”.

Fressen ist schon der richtige Ausdruck, den der Film den ich neulich eingelegt hatte, wurde gleich mal zerfetzt beim weiterspulen. Der, den ich letztendlich vollgeknipst habe, hat überall schön gleichmäßige Kratzer und Macken. Aber immerhin habe ich ihn komplett und ohne größere Verluste durch die Kamera ziehen können. Der Auslöser bleibt auch gerne mal komplett hängen. Man kann die Kamera noch so oft ohne Film testen, auseinanderbauen, zusammenbauen – in Aktion hakt dann doch wieder was. Und so bekommt meine Agfa Synchro Box ihren ganz eigenen Charme und das Etikett augedrückt: für surrealistische Fotos bestens geeignet. Niemals verwenden, wenn dir an den Bildern wirklich was liegt.


Eine Tordurchfahrt in der Sophienstraße.


Weinmeister Straße Treppenaufgang.


Kasse.


Fensterfront.


Haltestelle Weinmeisterstraße.

Lomo B/W 400. Selbst entwickelt, selbst zuviele Wasserflecke produziert.

Der erste Versuch

Das neue Jahr startet mit dem ersten Versuch, schwarz-weiß Film selbst zu entwickeln.
Natürlich haben schon viele gefragt “Wie, haste das noch nie gemacht?”. Nein, hab ich noch nicht gemacht. Aber es gibt ja für alles ein erstes Mal.
Also habe ich zahlreiche Leute tagelang gelöchert, mir Tipps geben lassen, war Material einkaufen und habe dann erstmal verzweifelt nach einem bereits belichteten Film gesucht, der auch einen eventuellen ersten Fehlversuch verzeihen würde. Ein belichteter Ilford HP5 lag auch tatsächlich im Kühlschrank. Unbeschriftet. Ich dachte, es wäre ein Holga Film und demnach wäre es nicht schlimm gewesen, würde ich den ersten Selbstversuch verhauen.

Das Einlegen des Films in die Spule war einfach. Vielleicht lässt sich Mittelformatfilm generell leichter aufwickeln. Jedenfalls war ich in meinem wirklich dunklen Bad (danke jeriko für den Tipp mit den Kissen und überhaupt für die ganzen Tipps! Dank auch an Tom fürs fixe beantworten meiner Facebook Nachrichten.) schnell mit dem ersten Schritt fertig und konnte übergehen zu den wirklich wichtigen Dingen: dem Mischen der Chemikalien.

Verdammt. Mein alter Messbesser fasste nur 500ml! Ich brauchte aber 600ml. Leider musste mein wirklich guter Messbecher nun dran glauben und ich sollte mich schleunigst nach einem neuen umsehen. (Frauen brauchen Messbecher in der Küche!) Die richtige Temperatur des Wassers und der Chemikalien zu erreichen stellte ich mir vorab total schwierig vor. War es aber gar nicht. Irgendwie war alles eh schon 20°C warm und das Wasser aus dem Hahn lässt sich ohnehin einfach in der Temperatur regulieren. Angemischt habe ich Entwickler, Stoppbad und Fixierer in alten Wasserflaschen. Mit dem Ergebnis, dass in der Wasserflasche nun wieder eine klare Flüssigkeit drin ist und in der Flasche Apfelschorle eine gelbe. Bitte nicht trinken!

Die Uhr lief. Ich habe zuerst einmal kurz den Film gewässert, dann dem Entwickler 9 Minuten Zeit gegeben, anfangs 30sek. den Tank bewegt, dann jede Minute 10sek. Das Stoppbad war ca. 20sek. im Tank. Ich habe es aufgehoben (wie auch den Entwickler). Den Film habe ich gute 7 Minuten fixiert. Keine Ahnung ob das okay war. Auf der Flasche stand 5 Minuten, aber ich hatte zwischendurch vergessen, auf die Uhr zu sehen.

Nachdem all diese Schritte endlich durch waren und ich den Film dreimal gespült hatte, beim letzten Spülgang mit destilliertem Wasser, kam der große Moment: Dose öffnen, nassen Film vorsichtig abwickeln, Klammer oben dran, Klammer unten dran, aufhängen, angucken.

F**k, mein letzter Parisfilm! Aber immerhin korrekt entwickelt und ohne Lichteinfall, Wasserflecken, Kratzer oder weiße Stellen. Puh. (nur ein paar zu viele Fussel auf den ersten 3 Negativen)

Ergebnisse:

Wer sich über die Farben wundert: Ich hatte grade einfach Lust, den Film als Farbfilm einzuscannen, daher der leichte Sepia Look. Auf dem zweiten Bild hat der Scanner allerdings ein wenig gesponnen (oben links das sehr weiße Stück Himmel).

PS: Ich bin übrigens nach diesem erfolgreichen ersten Entwicklungs-Ergebnis singend durch die Wohnung gehüpft.

Kastanienallee Berlin

Samstag, 15:30 Uhr, Berlin. Eine Pentacon Six, 2 Rollen 400er s/w Film. Bereit für einen kleinen Spaziergang entlang der Kastanienallee. Das Licht ist schnell weg und ich muss die Kamera irgendwann auf F2.8 und eine Verschlusszeit von 1/30-1/15 stellen. Die Bilder sind daher nicht wirklich scharf sondern immer leicht verwackelt. Macht nichts. So ist das eben – analog.


…oder Schwaben raus?


Bevor der Winter kommt.


Die beste Art, sich auszutauschen.

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