Das neue Jahr startet mit dem ersten Versuch, schwarz-weiß Film selbst zu entwickeln.
Natürlich haben schon viele gefragt “Wie, haste das noch nie gemacht?”. Nein, hab ich noch nicht gemacht. Aber es gibt ja für alles ein erstes Mal.
Also habe ich zahlreiche Leute tagelang gelöchert, mir Tipps geben lassen, war Material einkaufen und habe dann erstmal verzweifelt nach einem bereits belichteten Film gesucht, der auch einen eventuellen ersten Fehlversuch verzeihen würde. Ein belichteter Ilford HP5 lag auch tatsächlich im Kühlschrank. Unbeschriftet. Ich dachte, es wäre ein Holga Film und demnach wäre es nicht schlimm gewesen, würde ich den ersten Selbstversuch verhauen.
Das Einlegen des Films in die Spule war einfach. Vielleicht lässt sich Mittelformatfilm generell leichter aufwickeln. Jedenfalls war ich in meinem wirklich dunklen Bad (danke jeriko für den Tipp mit den Kissen und überhaupt für die ganzen Tipps! Dank auch an Tom fürs fixe beantworten meiner Facebook Nachrichten.) schnell mit dem ersten Schritt fertig und konnte übergehen zu den wirklich wichtigen Dingen: dem Mischen der Chemikalien.
Verdammt. Mein alter Messbesser fasste nur 500ml! Ich brauchte aber 600ml. Leider musste mein wirklich guter Messbecher nun dran glauben und ich sollte mich schleunigst nach einem neuen umsehen. (Frauen brauchen Messbecher in der Küche!) Die richtige Temperatur des Wassers und der Chemikalien zu erreichen stellte ich mir vorab total schwierig vor. War es aber gar nicht. Irgendwie war alles eh schon 20°C warm und das Wasser aus dem Hahn lässt sich ohnehin einfach in der Temperatur regulieren. Angemischt habe ich Entwickler, Stoppbad und Fixierer in alten Wasserflaschen. Mit dem Ergebnis, dass in der Wasserflasche nun wieder eine klare Flüssigkeit drin ist und in der Flasche Apfelschorle eine gelbe. Bitte nicht trinken!
Die Uhr lief. Ich habe zuerst einmal kurz den Film gewässert, dann dem Entwickler 9 Minuten Zeit gegeben, anfangs 30sek. den Tank bewegt, dann jede Minute 10sek. Das Stoppbad war ca. 20sek. im Tank. Ich habe es aufgehoben (wie auch den Entwickler). Den Film habe ich gute 7 Minuten fixiert. Keine Ahnung ob das okay war. Auf der Flasche stand 5 Minuten, aber ich hatte zwischendurch vergessen, auf die Uhr zu sehen.
Nachdem all diese Schritte endlich durch waren und ich den Film dreimal gespült hatte, beim letzten Spülgang mit destilliertem Wasser, kam der große Moment: Dose öffnen, nassen Film vorsichtig abwickeln, Klammer oben dran, Klammer unten dran, aufhängen, angucken.
F**k, mein letzter Parisfilm! Aber immerhin korrekt entwickelt und ohne Lichteinfall, Wasserflecken, Kratzer oder weiße Stellen. Puh. (nur ein paar zu viele Fussel auf den ersten 3 Negativen)
Ergebnisse:
Wer sich über die Farben wundert: Ich hatte grade einfach Lust, den Film als Farbfilm einzuscannen, daher der leichte Sepia Look. Auf dem zweiten Bild hat der Scanner allerdings ein wenig gesponnen (oben links das sehr weiße Stück Himmel).




PS: Ich bin übrigens nach diesem erfolgreichen ersten Entwicklungs-Ergebnis singend durch die Wohnung gehüpft.




















